SV Sachsenring e.V. – Tischtennis

Sport, im Verein am schönsten

Das erste Jahr des SV Sachsenring in der Süddeutschen Oberliga seit 10%u2013jähriger Abstinenz ist Geschichte. Am Ende steht für das jüngste Team der Liga ein vorher nicht erwarteter 2. Tabellenrang, den sich die Spieler Jiri Volek, Andrej Grossu, Thomas und Christian Hornbogen, Jens Möbius und Kapitän Marco Grebe aufgrund einer vor allem großartigen Teamleistung erkämpfen konnten. Den Vorrang lassen musste Sachsenring am Ende nur dem TSV Elektronik Gornsdorf, der sich erneut die Meisterschaftskrone aufsetzen konnte.  Bereits zu DDR-Zeiten war Gornsdorf über Jahre hinweg die Tischtennishochburg in Sachsen. Dass das erworbene Spielvermögen einiger ehemaliger National- und Bundesligaspieler sowie die große Erfahrung immer noch für grandiose Erfolge ausreicht, ist für Insider keine Überraschung, verdient jedoch umso mehr Respekt.

Nach Beendigung der Punktspiele haben die Gornsdorfer jedoch frühzeitig ihren Verzicht auf das Recht zum Aufstieg in die Regionalliga erklärt. Die Regularien des Deutschen Tischtennisbundes erlauben, dass die Karl-May-Städter als Zweitplatzierter die Möglichkeit hätten, den Weg in die dritthöchste deutsche Spielklasse anzutreten.

Nach ausführlichem Meinungsaustausch hat sich der Abteilungsvorstand Tischtennis im SV Sachsenring jedoch übereinstimmend dafür entschieden, von der Option Regionalliga im kommenden Spieljahr (noch) nicht Gebrauch zu machen. Der Leistungsunterschied zur jetzigen Spielklasse ist zu groß, da die meisten Spieler in der Regionalliga zumindest halbprofessionell arbeiten. In den betreffenden Vereinen gibt es oft etablierte Strukturen mit eigenen Trainingshallen, hauptamtlichen Trainer und gewachsenem Vereinsumfeld. Ein weiterer Aufstieg hieße für die Männer vom Pfaffenberg einen deutlichen Mehraufwand an Trainings- und Vereinsarbeit. Im Augenblick laste gerade diese noch auf zu wenig Schultern.  Sinnbildlich dafür ist die Tatsachse, dass Jens Möbius neben seiner Aufgabe als Abteilungsleiter als echtes Eigengewächs des Vereins noch selbst in der ersten Mannschaft auf Punktejagd geht. Diese Doppelfunktion im Ehrenamt sei mit steigendem Aufwand auf Dauer nicht zu handhaben, erst recht nicht in der Regionalliga. Größere Probleme sieht Möbius und der gesamte Vorstand in organisatorischen Defiziten. %u201EIn Sachen Trainingskapazitäten, infrastrukturellen Verbesserungen wie  Parkmöglichkeiten am Spiellokal, aber auch weiterer Verbesserung der Öffentlichkeitswirksamkeit besteht Handlungsbedarf. Vor dem Hintergrund, dass wir uns im Sektor des leistungsorientierten Sports bewegen, müssen noch einige interne und externe Probleme angegangen werden%u201C, so der Abteilungsvorsitzende. Der mit einem Aufstieg wesentlich erhöhte finanzielle Mehraufwand sei natürlich auch nicht von der Hand zu weisen und ist momentan noch nicht zu stemmen.

%u201EDer Verzicht auf den Aufstieg in die Regionalliga stelle jedoch keinesfalls einen Stillstand dar%u201C unterstreicht Möbius. %u201EWir haben in den letzten Jahren viel geleistet. Sowohl was die Erfolge im Nachwuchs- und Herrenbereich anbelangt, aber auch das gestiegene Zuschauer- und Sponsoreninteresse sind erfreulich und machen Lust auf mehr. Jedoch möchten wir diese Entwicklungen dauerhaft bestätigen und uns %u201Estep by step%u201C vorwärts bewegen.%u201C

Dass die Regionalliga irgendwann ein Thema sein kann, schloss Abteilungsleiter Jens Möbius keineswegs aus. Vorher wolle man jedoch weiter auf die Karte Nachwuchsförderung setzen. %u201EAllein durch eigenen Nachwuchs werde man aber dauerhaft keine erste Männermannschaft auf hohem Niveau bilden können%u201C, lautet die realistische Einschätzung von Möbius. Denn dafür spielen in der leistungssportlichen Entwicklung eines Spielers einfach zu viele Parameter eine Rolle. Spitzenspieler können nur über Jahre und Jahrzehnte aufgebaut werden.  %u201EVielleicht findet jedoch das ein oder andere Talent aufgrund der guten Trainingspartner und Entwicklungsmöglichkeiten den Weg zu Sari%u201C, hofft Möbius. Die Tatsache, dass man nun schon im zweiten Jahr offizieller Talentestützpunkt des Sächsischen Tischtennisverbandes sei, zeige, dass dem Verein der Spagat zwischen guter Nachwuchsarbeit und tollen Ergebnissen im Erwachsenenbereich  gut gelinge.  

Mindestens ein weiteres Jahr Oberliga soll daher vor allem Stabilität bringen. Ab der Saison 2013/2014 kommt es dann zur Bildung der Mitteldeutschen Oberliga, bei dem es zum Aufeinandertreffen mit Mannschaften aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kommen wird, was nochmals einen qualitativen Sprung im Spielniveau mit sich bringen wird.

Der eingeschlagene Weg des Vereins soll weitergegangen werden. Auf der Säule Ausbildung und  Bindung von Nachwuchstalenten wird dabei weiterhin das Hauptaugenmerk der Karl-May-Städter liegen, wenngleich man auf etablierte Spitzenspieler in der Oberliga- Mannschaft nicht verzichten kann.

Wichtig sei es, so der ausdrückliche Wunsch des Abteilungsvorstandes Tischtennis, möglichst viele Sportler und Vereinsfreunde auf dem weiteren Weg mitzunehmen. Man wolle nicht zu Höhenflügen ansetzen, sondern das Machbare kontrolliert angehen. Das kann nur im Einklang von Verein, Spielern, Fans und Sponsoren gelingen. So dürfen die Tischtennisfreunde auf den weiteren Weg der Abteilung gespannt sein. Für die kommende Saison erhofft man sich eine ähnlich gute Platzierung wie in der abgelaufenen Serie und möchte ab September dann wieder möglichst viel Zuschauer in die Pfaffenbergturnhalle locken, deren 100jähriges Bestehen im kommenden Jahr, unter Mithilfe der Sachsenringspieler, gebührend gefeiert werden soll.

 

An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen Sponsoren und den zahlreichen Fans, ohne deren Unterstützung ein solcher Erfolg nicht möglich gewesen wäre.

 


Am 23.06.2011 durch Axel Franke veröffentlicht in Turniere
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